Rückenschmerzen hat höchstwahrscheinlich jeder schon mal erlebt. Denn Rückenschmerzen sind in Deutschland die zweithäufigste Ursache für einen Arztbesuch. Dabei sind Schmerzen generell ein wichtiges Warnsignal des Körpers, das man nicht ignorieren sollte.
Welche Arten von Rückenschmerzen gibt es?
Von akuten Rückenschmerzen spricht man, wenn die Schmerzen erst weniger als 6 Wochen andauern. Meist haben diese eine spezifische Ursache, d. h. der Schmerzauslöser kann klar definiert werden (z. B. Unfälle, ruckartige falsche Bewegungen usw.). Bei unspezifischen Rückenschmerzen kann die Ursache nicht genau benannt werden. Häufig sind mehrere Auslöser ursächlich, die physischer oder psychischer Natur sein können.
Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn die Schmerzen länger als 12 Monate anhalten. Ursachen dafür können dauerhafte Fehlhaltung, falsche Bewegungsmuster, andauernde Stressbelastungen und fehlende Schmerzwahrnehmung sein.
Welche Warnsignale bei Rückenschmerzen gibt es?
Bei folgenden Symptomen sollte schnellstmöglich ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden:
- Ausstrahlung der Rückenschmerzen in die Arme oder in die Beine
- neurologische Auffälligkeiten wie Gefühlsstörungen und/oder Muskelschwäche in den Beinen oder den Armen (Lähmungserscheinungen)
- Störungen der Blasen- oder Darmfunktion
- Rückenschmerzen nach einem Unfall
Welche Symptome treten zusätzlich zu den Rückenschmerzen auf?
Rückenschmerzen äußern sich sehr unterschiedlich und können mit weiteren Symptomen einhergehen. Jeder betroffene Mensch erlebt die Rückenschmerzen individuell auf verschiedene Weise, so dass die Einschränkungen im Alltag variieren können. Die am häufigsten auftretenden Symptome sind:
- eingeschränkte Beweglichkeit – alltägliche Bewegungen fühlen sich steif an, können nicht vollständig oder nur unter Schmerzen ausgeführt werden
- plötzlich auftretender einschießender Schmerz – häufig ohne Vorwarnung
- anhaltende Schmerzen – Schmerzen halten bei Bewegung und in Ruhe an
- Muskelverspannungen – hartnäckige Verspannungen werden immer spürbarer
- allgemeine Abgeschlagenheit – aufgrund der dauerhaften Belastung und anhaltenden Schmerzen
- ausstrahlende Schmerzen – die Schmerzen könne in Arme oder Beine ziehen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl – eine Nervenbeteiligung könnte angezeigt sein
Jeder Mensch ist individuell, so dass die Rückenschmerzen in ihrer Intensität und Dauer sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Wie sieht die Diagnostik bei Rückenschmerzen aus?
Um Rückenschmerzen einzuschätzen und gezielt behandeln zu können, ist eine ausführliche und genaue Diagnostik nötig.
Zu Beginn einer jeden Untersuchung findet eine ausführliche Anamnese statt. In diesem Gespräch werden gezielt Fragen zu den Beschwerden gestellt. Dabei sind nicht nur die Schmerzintensität und -dauer sehr wichtig, sondern auch der Verlauf der Schmerzen und die möglicherweise schon existierenden Bewegungseinschränkungen.
An das Anamnesegespräch schließt sich die körperliche Untersuchung an. Dabei werden die Bewegungen und Funktionen mit manuellen Testverfahren überprüft, um so die Ursache der Schmerzen zu ergründen.
Bildgebende Verfahren, wie Röntgen, MRT oder CT können für die Diagnostik ebenfalls unterstützend sein.
Wie kann der Rücken im Alltag entlastet werden?
Die rückenschonende Haltung ist für einen gesunden Rücken unabdingbar. Eine falsche Haltung im Sitzen oder Stehen, aber auch falsches Heben oder Tragen können zu Verspannungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule und damit zu Schmerzen führen.
Daher stellen Sie bei einer sitzenden Tätigkeit Ihren Schreibtisch und Stuhl richtig ein. Die Füße sollten dabei komplett den Boden berühren und die Kniegelenke 90° gebeugt sein. Die Rückenlehne Ihres Stuhls sollte Ihren Rücken unterstützen. Die Arme sollten locker auf dem Tisch liegen ohne dass Sie dabei die Schultern hochziehen. Auch die Handgelenke sollten bei der Benutzung der Tastatur nicht zu sehr abknicken. Wenn Sie einen höhenverstellbaren Schreibtisch haben, unterbrechen sie Ihre sitzende Tätigkeit gern durch regelmäßige Stehpausen.
Wenn Sie schwere Dinge heben oder tragen möchten, achten Sie dabei auf die richtige Technik. Körpernah ist hier die Devise. Der Rücken sollte dabei gerade bleiben und das Gewicht aus den Beinen heraus gehoben werden. Aktivieren Sie dabei auch Ihre Bauchmuskulatur, um so rückenschonend und stabil agieren zu können.
Kraft und Beweglichkeit sind ebenfalls sehr wichtige Faktoren für einen gesunden Rücken. Durch gezielte Übungen für die Rumpfmuskulatur wird der Rücken stabilisiert und entlastet. Wenn die Wirbelsäule gut beweglich ist, kann sich das positiv auf die Körperhaltung auswirken.
Daher sollte bei der Auswahl der Übungen auf folgende Inhalte geachtet werden:
- Kräftigung der Bauchmuskulatur (zur Entlastung des Rückens)
- Stabilisation der Rumpfmuskulatur (z. B. durch Gleichgewichtsübungen)
- Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur (wichtig beim Heben und Tragen)
- Entspannungsübungen (besonders für die untere Rückenmuskulatur)
- Dehnung der Hüftbeuger (besonders wichtig bei sitzenden Tätigkeiten)

Nicht immer ist es einfach die passenden Übungen für die unterschiedlichen Beschwerden zu finden. Wenn Sie sich unsicher fühlen, welche Übungen für Sie geeignet sind, setzen Sie sich gern mit mir in Verbindung. Ich berate Sie gern und stelle Ihnen auf Wunsch ein individuell auf Sie und Ihre Beschwerden abgestimmtes Übungsprogramm zusammen.
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Auch Stress hat Auswirkungen auf die Rückengesundheit. Stress ist mit eine der Hauptursachen für eine verspannte Schulter-Nacken- und Rumpfmuskulatur. Wenn der Kopf ständig arbeitet, ein Termin den nächsten jagt und eine permanente innere Anspannung den Körper beherrscht, dann kann sich diese Anspannung auch auf den Rücken übertragen. Besonders unter Stress neigen Menschen dazu die Schultern hochzuziehen, so dass die Schulter-Nacken-Muskulatur unter dauerhafter Anspannung steht.
Um Stress und dauerhafter Anspannung entgegenzuwirken, können Tiefenatmung und Meditation oder aber auch progressive Muskelentspannung förderlich sein. Wer sich regelmäßig bewegt (z. B. Spaziergängen oder leichte Dehnübungen), kann einen guten Beitrag zum psychischen Stressabbau leisten und damit Rückenschmerzen vorbeugen.
Eine ergänzende Maßnahme für einen gesunden Rücken ist ausreichender Schlaf. Erholsamer Schlaf ist enorm wichtig für die Regeneration des Körpers. Wenn dies nicht gelingt, ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die ersten Rückenbeschwerden bemerkbar machen können. Ausreichender Schlaf sollte nachts ca. 7-8 Stunden betragen. Ebenso sollte auf eine Matratze geachtet werden, die den Rücken unterstützt.
Kurz gesagt!
Rückenschmerzen können enorm belastend sein und die Lebensqualität massiv einschränken. Selbst ein Ausflug mit der Familie oder ein Treffen mit Freunden kann dabei zur Qual werden und Sie in die Isolation treiben.
Wie Sie bereits erfahren haben gibt es bei der Behandlung von Rückenschmerzen die vielfältigsten Möglichkeiten und Therapieansätze. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten oder eine zielgerichtete Beratung zu Ihren Beschwerden wünschen, setzen Sie sich gern mit mir in Verbindung.
Ich freue mich auf Sie!
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